Alle hier präsentierten Texte dienen ausschließlich der persönlichen Information. Sie stellen keine Beratung in Gesundheitsfragen dar und können diese in keinster Weise ersetzen. Suchen Sie daher bei Verdacht auf eine Erkrankung immer unverzüglich Ihren Arzt auf.

 

Uwe´s Krankheitsverlauf

Am 27.10.2004 erreichte mich folgende E-Mail (Diese ist vom Verfasser für die Veröffentlichung auf dieser Seite freigegeben):

Hallo Monika, hier nun meine Krankheitsgeschichte.

Mitte des Jahres 2001 merkte ich leichte Schmerzen im rechten Handgelenk. Im Grunde aber nur sporadisch, hier mal ein leichtes Ziehen, dort mal einen Stich. Der Schmerz kam und ging, alles nichts dramatisches und war auch gleich vergessen. Anfang 2002 dann stellte sich der Schmerz aber immer öfters im Badmintontraining ein. Alle Hausmittelchen kamen dann zum Einsatz, ohne Erfolg. Der Schmerz wurde stärker, ab und zu wurden auch normale nicht sportliche Handgriffe von Schmerzen begleitet. Im April ging ich dann zum Orthopäden. Besser gesagt etliche Male. "Was Sie spielen Badminton, da haben wir´s ja"! Es folgte das volle Programm: Röntgen (immerhin sofort, aber ohne Auffälligkeit),Salben, Wärme, Kälte, Spritze, Tabletten, Ruheverordnung usw. usw. Im Training stabilisierte ich meine Hand mit einer Bandage, Diclophenactablette rein und so ging es von Woche zu Woche. Der Schmerz nahm stetig zu. Meine Arztbesuche auch. Irgendwann platzte mir dann der Kragen und ich sagte ihm klipp und klar, dass ich wohl besser zu einem Kollegen ginge, der mehr drauf hätte! Mein Orthopäde meinte dann mürrisch "Jetzt langt´s mir, ab zum MRT". Na also, geht doch! (Belastet sein Budget ja auch mit 500 Euro...), Montags morgens --- mit Vorstellung bei ihm dann abends wieder. Beim MRT wars auch ganz lustig, der Pfleger, der das MRT gemacht hatte, gab die Bilder zur Ärztin und meinte beim rauskommen grinsend zu mir: "Hatten Sie schon mal einen Handgelenkbruch?" Ich: "Nein". Er: "Na dann gehen Sie mal rein, Sie werden sich wundern!"
Ha ha ha kann ich da nur sagen...
Abend meinte mein Orthopäde dann, als ich ihm die Bilder in die Hand gab: "Na ist es besser geworden?" (Ich frage mich durch was, etwa durchs MRT?) Ich gab ihm den radiologischen Befund, er wurde blaß. Sofort schleppte er mich zum Röntgen und tatsächlich, innerhalb von 3 Monaten seit seinem ersten Röntgenbild konnte man nun eine Veränderung des Mondbeins erkennen. (Ich kann mich auch noch erinnern: drei mal habe ich vor Schmerz laut aufgebrüllt: im Badminton bei einem verdrehten Schlag, beim Umgraben im Garten (das Schlimmste bei LM) und als mein tollpatschiger Hund mit seinem Qadratschädel an meine Hand donnerte. Bei einem dieser Gelegenheiten, oder bei allen, muß der Knochen gebrochen sein.)
Der Arzt ganz kleinlaut gab mir dann den Tipp, bei welcher Klinik ich mich bei deren sehr guten handchirurgischen Abteilung vorstellen könnte. Gesagt getan, aber nachdem der Oberarzt meinte, er müsse erst mal mit seinem Chefarzt reden und der Chefarzt dann eröffnete (ehrlich war er ja), er müsse erst mal in der Fachliteratur nachlesen, was denn der Stand der OP-Technik sei, bevor wir einen OP-Termin ansetzen könnten, war mein Vertrauen nun doch etwas gestört. Ich habe mich dann rumgehört und nach 2 anderen Terminen letztendlich meinen Operateur gefunden. Mittlerweile war der Schmerz permanent vorhanden. So schlimm, dass ich oft laut aufschrie, kaum noch einen Bleistift halten könnte und den OP-Termin herbeisehnte!! Ursprünglich sollte das Mondbein entfernt und verschiedene Knochen zur Erhaltung der Handstatik miteinander verschraubt, also eine Teilversteifung mit STT-Fusion gemacht werden. Da ich aber nur lokal betäubt war, und sich während der OP herausstellte, dass das Mondbein trotz Stadiums IIIb/IV noch relativ gut erhalten war, konnte eine OP-Abänderung sofort besprochen und umgesetzt werden. Mein Operateur wollte nun doch eine Revaskularisation vornehmen. Er verkürzte das über dem Mondbein liegende Capitatum, die herausgetrennte 3 mm-Knochenscheibe wurde zerbröselt und in das Mondbeininnere reingestopft. Dazu noch eine blutführende Arterie als Art Wasserschlauch reingepfriemelt. Die beiden Capitatum-Fragmente verschraubt. Zum Schluss noch eine Denervierung, also kleine Nervenäste zur Schmerzlinderung durchtrennt. 2 Stunden Operationszeit.
Mittlerweile sind 2 Jahre vergangen, ich bin so gut wie schmerzfrei, lediglich bei größerer Anstrengung oder Kälte merke ich mein Handgelenk. Die Hand ist nach oben und nach unten in der Bewegung eingeschränkt, aber für den Alltag absolut tauglich. Ich bin sehr sehr zufrieden, habe mich sogar schon wieder getraut, ein paar leichte Badmintonschläge zu machen...
Interessant ist noch, dass ich schon vor 25 Jahren (!) stechende Schmerzen im rechten Handgelenk hatte, weswegen ich sogar schon damals beim Orthopäden war. Nichts gefunden. Die Schmerzen traten nur und wirklich nur beim Schwimmen auf, so dass ich jedesmal mit einer starren Handgelenksbandage ins Wasser ging. Selbst als Bundesligakämpfer im Judo hatte ich keine Schmerzen, nur beim Schwimmen. Ich habe dann später meinen Lieblingssport Judo aufgegeben, aus Angst, ich könnte mal auf die Hand fallen und sie mir verletzen. So kanns gehen.