Alle hier präsentierten Texte dienen ausschließlich der persönlichen Information. Sie stellen keine Beratung in Gesundheitsfragen dar und können diese in keinster Weise ersetzen. Suchen Sie daher bei Verdacht auf eine Erkrankung immer unverzüglich Ihren Arzt auf.

 

Krankheitsverlauf von Ralf

Am 13. Juni 2005 erreichte mich eine eMail mit dem Krankheitsverlauf von Ralf. Diese eMail ist am 16. Juni 2005 zur Veröffentlichung auf dieser Seite freigegeben worden. Ein herzliches Dankeschön dafür an Ralf. Und das ist sie:

Hallo Monika

Habe deine Mail erhalten danke.

Wie die Krankheit LM an meiner linken Hand entstanden ist weiß ich nicht. Das ich frühzeitige Alarmsignale (schon 1989) nicht ernst genommen habe ist richtig. Wie es zu dieser Krankheit bei mir gekommen ist erkläre ich mir so: Ich habe viele handwerkliche Arbeiten an meinem Haus dgf. vom Dachdecken, Mauern, Fliesenlegen, Malern usw. selbst durchgeführt. Da ich aus dem Ossiland komme weiß jeder, da gab es keine nennenswerten Arbeits-Hilfsmittel (wie Hilti, Akkuschrauber u.s.w.). Alle Arbeitsmittel mussten mit der Kraft z.B. des Handgelenks bewegt werden. 1991 ein neuer Job (ich bin Chemiemeister), jetzt wohn ich mit meiner Familie in Bayern (keine Arbeiten am Häuschen) keine größeren Belastungen der Hand. Soweit so gut, aber ich bin leidenschaftlicher Angler und 2002 waren die Schmerzen unerträglich. Meistens wurde der Schmerz beim Händeln der Angelruten (ich bin Linkshänder) aktiviert und bis zu einer gewissen Zeit konnte ich auch noch mit einer Schmerztablette die Situation beruhigen. Der Weg zum Hausarzt war aber nur noch eine Frage der Zeit.

In meinen Blutanalysen lag ich immer im oberen Bereich bei den zulässigen Harnsäurewerten und nach der Ansicht des Hausarztes war das die Ursache der Schmerzen im Gelenk. Ich bin dann auf eigene Faust zu einem Orthopäden. Nach Röntgen, CT und Kernspin war dann klar was los ist.

Mein Orthopäde überwies mich zu einem Handchirurgen. Auf die Frage an meinen Orthopäden, ob der Handchirurg gut ist, antwortete er: "Ich würde mich von dem Handchirurgen auch operieren lassen." Damit nahm er mir 90% der Angst. Die Frage wie geht es aus blieb. Mit der Zeit war es schon August 2003.

Durch den Handchirurgen wurde veranlasst, die Kontrollaufnahmen der Hand durchzuführen, dann kam die ernüchternde Auswertung - LM im 3.Stadium.

Erste Maßnahme: 6 Wochen Ruhigstellung der li. Hand mit einer Schiene (Orthese aus Plastik) hierbei wurde mir aber auch erklärt: das ist nur ein Versuch, die Chancen sind gering. Diese Plastikschiene wurde so angefertigt das ich sie mittels Klettverschlüssen zur Ruhigstellung des Unterarms und der Hand aus und anziehen kann. Damit wurde der erste Versuch der Reorganisation des Mondbeins gestartet.

Im Oktober wieder Untersuchungen, das Ergebnis niederschmetternd ... keine Besserung, aber es wurde auch nicht schlechter. Ich bat um eine weitere Wartezeit bis zum Mai 2004 und trug weiterhin die Schiene.

Eine weitere Untersuchung: OP ist notwendig. Am 28.07.2004 wurde ich operiert, Verpflanzung von Knochenmaterial aus dem Beckenkamm. Noch im Aufwachraum sagte mir der Handchirurg das der Rest des Mondbeines noch fester Knochen ist und damit erweckte er in mir eine große Hoffnung. Damit hatte selbst der Handchirurg nicht gerechnet.

Im Juli 2005 muß ich wieder zu meinem Chirurgen, auch er will wissen wie es weiter geht - er begleitet mich.

Seit dem 30.01.2005 bin ich wieder arbeitsfähig aber ich nutze die Hand wo es möglich ist nicht. Die li. Hand nicht zu benutzen geht aber nur wenn man sie schient oder fest bindet. Man merkt erst bei dieser Behinderung wie die Hand fehlt. Wenn ich schlafen gehe - so hat mir mein Chirurg geraten - soll ich die in 2003 angefertigte Orthese verwenden, weil man im Schlaf die Hände im Gelenk anwinkelt - ich muss sagen: Recht hat er.

Was sind Schmerzen durch Verschlechterung des Knochenzustandes oder was ist Wetterfühligkeit? Ich kann es nicht beantworten, mal habe ich Schmerzen mal hab ich keine. Ich denke mein Chirurg ist ein Fachmann und so wie es mein Körper will wird er mir helfen, alles andere ist in meinen Händen. Ich kann wieder schmerzfrei angeln gehen und wenn ich es nicht mit Arbeit und Hobby übertreib, werde ich noch viele Jahre - so glaube ich - ohne weitere OP leben können.

Hallo Leidensgenossen

Ich weiß es gibt schlimmere Fälle als es in meinem Fall ist und ich möchte diese Krankheit nicht verharmlosen. Ich wollte nur schildern, was mein Denken und meine Gefühle in meiner Situation sind.

All denen es schlimmer geht kann ich nur sagen ... es gibt schlimmeres.

Ich melde mich nach der Untersuchung im Juli 05 wieder.

Tschüß
Heimlich,Ralf