Alle hier präsentierten Texte dienen ausschließlich der persönlichen Information. Sie stellen keine Beratung in Gesundheitsfragen dar und können diese in keinster Weise ersetzen. Suchen Sie daher bei Verdacht auf eine Erkrankung immer unverzüglich Ihren Arzt auf.

 

Cathleen´s Krankheitsverlauf

Am 17.11.2004 erreichte mich folgende E-Mail (Diese ist vom Verfasser für die Veröffentlichung auf dieser Seite freigegeben):

Hallo,

ich möchte meinen Beitrag auch leisten, da ich Allen Mut machen möchte, denen die Diagnose gestellt wurde. Denn ich selbst bin auch betroffen und mir die frühere Seite sehr viel beim Verarbeiten der Diagnose geholfen hat.

Angefangen hat es wahrscheinlich schon vor einigen Jahren, denn da habe ich immer mit Sehnscheidenentzündungen zu tun gehabt. Wie man das so kennt wurde dort immer gespritzt und gecremt manchmal aber auch schon mit einer Schiene ruhig gestellt.
Aber einmal reichte das dann nicht mehr.
So am 12. Juni 2003. Man stellte in meiner Hand mehrer Brüche fest, welche frisch und auch schon länger her waren.
Danach bekam ich Gips für ca. 6 Wochen, das übliche Spiel mit Physiotherapie Magnetfeldtherapie, aber es wurde nicht besser und die Schmerzen wurden unerträglich.

Darauf schickte mich man zum MRT und dort stellte man fest, Lunatummalazie im Stadium 3B. Da ich mich schon schlau gemacht hatte, wusste ich DAS bedeutet nichts Gutes.
Im Normalfall bedeutet das, das Handgelenk wird Vollversteift.
Aber ich wollte noch eine Zwischenlösung finden.

Ich bin am 19. Januar 2004 operiert worden.
Mir wurde aus dem Beckenknochen ein Stück Knochen an die Stelle des Lunatum gesetzt, mit einer Platte die Handwurzelknochen versteift. Somit habe ich eine Teilversteifung in meinem Handgelenk. Das bedeutet die Radiale Abduktion ist nicht mehr möglich. Die Narbe sitzt seitlich am Handgelenk, eine ganz dünne und feine Linie( denn man heute kaum noch sieht).
Roentgenbild nach 1. OPDie OP hat ca. 3 Stunden gedauert und wurde bei Vollnarkose in einer Tagesklinik durchgeführt und ich war sehr froh, das ich am nächsten Tag wieder nach Hause konnte, denn mir ging es ziemlich gut.

Es folgten 6 Wochen Gipslounguette und tägliches Verbandwechseln. Anschließend ein halbes Jahr Ergotherapie und Physiotherapie. Das war zwar sehr anstrengend und schmerzvoll, aber ich habe jede Woche einen kleinen Fortschritt gemerkt.
Mit viel Mühe und Anstrengung, kann ich heute sagen, das Zähnezusammenbeißen hat sich wirklich gelohnt. Ich hatte anschließend noch die Möglichkeit meine Hand in Rahmen eine Rehamaßnahme noch einmal intensiv zu trainieren und für die Feinmotorik fit zumachen. Dort hat dann auch die letzte Schwellung aufgegeben und ich konnte wieder kraftvoll zugreifen.

Jetzt Muss ich sagen ich bin sehr stolz auf mich, das ich das Alles so gut gemeistert habe, obwohl ich am Anfang gern den Kopf in den Sand gesteckt hätte. Aber ich bin für den Moment erst einmal gesund und schon seit Sommer nahezu schmerzfrei, bis auf die Tage des Wetterumschwunges. Obwohl wir ja Alle wissen, das im Laufe unseres Lebens immer wieder Beschwerden auftreten können.

Ich für mich habe gelernt mit der Teilversteifung zu leben und habe auch für den Alltag ein paar kleine Tricks um das Leben fast so wie früher zu gestalten. Ich weiß jetzt auch, das man sich im Vorfeld nicht so viel Gedanken machen sollte, denn man stellt sich Alles immer etwas schlimmer vor, man sollte es einfach auf sich zukommen lassen und dann das Beste daraus machen.

Ich habe es auch wieder geschafft auf Arbeit zu gehen, es ist zwar nicht die gleiche Arbeit wie ich vorher gemacht habe, aber ich sitze jetzt am PC und denke es ist für meine Hand das Beste. Des Weiteren habe ich auch Richtlinien mit auf den Weg bekommen.

Sobald die Schmerzen stärker werden und die Hand anschwillt sofort zum Doc! Ebenso Tragen von schweren Lasten (darunter zählt auch der Einkaufskorb), sowie Abstützen im Totalen Knickbereich des HG unbedingt vermeiden!

Ich hoffe, ich konnte Euch ein wenig Mut machen, denn es geht nicht gleich die Welt unter !!! auch wenn es im ersten Moment schlimm klingt, aber ich denke ein guter Arzt ist schon die halbe Miete und bloß nicht Alles hinnehmen, von den Göttern in Weiß, sondern auch mal diskutieren und andere Wege probieren!

Hiermit möchte ich noch Allen Danken, die mir in dieser Zeit geholfen haben und vor allem Dr. Peter Hänsel.

Ich wünsche Euch Alles Gute und macht weiter so. Es gibt viel mehr Betroffene, die es noch gar nicht wissen.

Viele liebe Grüsse Cathleen